Iga Swiatek trainiert ihre mentale Stärke mit Legobausteinen

Wie passen Legosteine und Sportpsychologie zusammen?

"Die Polin Iga Swiatek ist mit 19 Jahren schon die Nummer 15 der Welt. Auch dank Ihrer Sportpsychologin."

Über diese Schlagzeile habe ich mich gefreut!
Teenager ist mental stark - Swiateks Erfolg ist auf Legosteinen gebaut - Sport - SRF

Man gewinnt den meines Erachtens korrekten Eindruck, dass die psychologische Arbeit wichtig ist, aber nicht das alleinige Wundermittel darstellt. "Auch dank Ihrer Sportpsychologin", ist genau die richtige Wortwahl.

Wenn Du als unbefangener Leser Legosteine und Sportpsychologie in einem Satz liest, macht das wahrscheinlich einen komischen Eindruck. Ich versuche Dir den Zusammenhang kurz mit Hypothesen zu erklären.

Ein Sportpsychologe oder ein Mentaltrainer hat die Aufgabe, zusammen mit dem Athleten herauszufinden, wie man dessen spezifische Anliegen optimal bearbeiten, und so eine Verbesserung seiner Situation erzielen kann.
Dabei ist es nicht entscheidend, welche Mittel oder welche Techniken zum Zug kommen. Vielmehr geht es darum, dass es sich für den Athleten um einen Lösungsweg handelt, den er selbst erarbeiten, verstehen und umsetzen kann. Einen Lösungsweg, welcher den Athleten weiterbringt. Dazu darf man sich auf unkonventionelle, aber für den Athleten logische Methoden einlassen.

Wenn es für Iga Swiatek Sinn macht, mit Legosteinen darzustellen, was Sie alles braucht, um erfolgreich zu sein, dann ist das gut so. Dient der Zusammenbau zur psychischen Erholung, passt das auch. Visualisiert Sie durch den Aufbau von Legosteinen, was ein fehlender oder nicht richtig platzierter Stein auslösen kann, spricht nichts gegen diese Methode. Vielleicht visualisiert Sie mit den Legosteinen zudem, woran Sie noch arbeiten muss und worin Sie bereits sehr gut ist, oder Sie reflektiert ganz einfach Ihre Trainingseinheiten damit. All das macht so lange Sinn, wie es für die Athletin passt!

Es ist wichtig, dass sich Athletinnen und Athleten damit auseinandersetzen, was sie können und was Ihnen persönlich noch fehlt, um ein Stück besser und somit erfolgreicher zu werden. In diesem Zusammenhang kann die Zusammenarbeit mit einer Sportpsychologin oder einem Mentaltrainer zielführend sein. Auch wenn es von aussen Betrachtet "nur" dazu führt, Legosteine zusammenzubauen.

Eine Sportpsychologin allein macht Iga Swiatek nicht zur Nr. 1 der Welt. Aber psychologisches und mentales Training im Zusammenspiel mit anderen Faktoren wie Taktik, Technik oder Physis (bei denen es selbstverständlich ist, dass man sie trainiert), erhöhen Ihre Chancen, es tatsächlich zur Nr. 1 zu schaffen.

Remo Spuler, Dein Mentalcoach.

Aus Gründen der Vereinfachung wird in diesem Artikel nur die männliche Schreibweise verwendet.

Über den Autor Remo Spuler

Ich bin Remo Spuler, 1982 geboren und lebe zusammen mit meiner Frau in Neuendorf im Kanton Solothurn. Ich bin seit frühester Kindheit sehr sportbegeistert und geniesse noch heute diverse Sportarten aktiv oder passiv als Zuschauer. Mit den Jahren nahm auch mein Interesse an den psychologischen Prozessen im Sport zu. Ich begann mich dafür zu interessieren, wieso selbst bei professionellen Sportlern starke Leistungsschwankungen keine Seltenheit sind. Oder weshalb die Top-Athletinnen und -Athleten im entscheidenden Moment fast immer die Oberhand behalten. In einer Zeit, in der physisch, technisch und taktisch fast keine Unterschiede mehr auszumachen sind, muss es wohl an der mentalen Stärke liegen.